Quelle: Bürgerverein Anrath e.V. | www.buergerverein-anrath.de | Stand: 29. Nov. 2016

Chronik

Berichte über Aktuelles in Anrath und Aktivitäten des Bürgervereins

07.11.2015

Der Bürgerverein besuchte das Anrather Telefon-Museum

In seinem privaten Fernmeldemuseum zeigte der pensionierte Postbeamte Michael Gäbel den interessierten Gästen des Bürgervereins seine umfangreiche Sammlung von alten Münztelefonen - über den "Groschenfresser" bis zum Feld-Fernsprecher der Schlacht von Arnheim. Michael Gäbel sammelte alles Technische, was mit der besseren Verständigung zu tun hatte, in seinem Keller. Nicht nur, um es vor der Vernichtung zu bewahren, sondern aus Interesse für die Dinge, die über 40 Jahre für ihn zum Alltag gehörten. Hier finden sich unter anderem altertümliche Fernschreibmaschinen, Hunderte von Telefonen von 1890 bis 1997 von Reichs- und Bundespost sowie jede Menge von Prüfinstrumenten und Gerätschaften und Taschenmessgeräten. Ein Messinstrument war 1944 in einem abgestürzten US-Bomber auf dem Heronger Flugplatz gefunden und später von einem Entstörer zum Prüfgerät umgebaut worden. Ein Feld-Fernsprecher war einst bei der Schlacht um Arnheim im Einsatz gewesen. Zwei andere Feldtelefone befinden sich im Besitz von Micheal Gäbel: Diese Apparate hatte eine Kampfgruppe der 5. US-Panzerdivision am 1. März 1945 bei ihrem Einmarsch in Anrath in der Päeperdu`es stehen gelassen. Ein äußerst interessantes Dokument befindet sich darunter: Es handelt sich dabei um den Telefonantrag des einstigen Anrather Industriellen Jakob Krebs, der mit einem Schreiben vom 21. März 1907 eine Telefonleitung für seine Weberei beantragte. An einer Wand hängt ein Stück Freileitung von 1923, dazu erklärte Herr Gäbel: "Schon damals waren Bronzeleitungen eine willkommene Beute für Diebe." Noch stundenlang hätte er erzählen können.... Seit 5 Jahren ist Michael Gäbel im Ruhestand. Nach wie vor verbringt er viel Zeit im seinem Keller-Museum, ölt und entstaubt die vielen Geräte, die der leidenschaftliche Sammler zusammengtragen hat. "Das ist nur ein Drittel meiner Sammlung", meinte er, vieles habe er der Telekom-Historik in Bochum übergeben, weil es bei ihm an Platz mangelte. Dank an Michael Gäbel für diese interessante Präsentation!!

Marlies Pasch