Quelle: Bürgerverein Anrath e.V. | www.buergerverein-anrath.de | Stand: 14. Jan. 2016

Chronik

Berichte über Aktuelles in Anrath und Aktivitäten des Bürgervereins

28. April 2012

Tagesfahrt mit dem Bürgerverein nach Kleve

Wieder einmal brachte uns die Deutsche Bahn ans Ziel unserer Reise, dieses Mal war es Kleve.

Vor unseren Führungen durch das auf drei Hügeln erbaute Städtchen genehmigten wir uns noch schnell ein Tässchen Kaffee oder ein zweites Frühstück, bevor unsere Stadtführerin Frau Wiltrud Schnütgen uns durch die Schwanenburg bzw. das, was davon noch übrig ist, führte.

Kurzweilig und mit einigen Episödchen erzählte sie von Kleves wechselvoller Geschichte. Mit viel Geschick taktierten einst die Klever Herzöge, ihre Besitzungen zu vergrößern und ihr Land zu sichern.

U.a. verheiratete Herzog Wilhelm seine Schwester Anna mit dem englischen König Heinrich VIII. Schon beim ersten Treffen stellte Heinrich fest: „Ich mag sie nicht.“ Und der französische Gesandte Charles de Marillac beschrieb Anna nicht gerade als Frau von Welt: „... von mittlerer Schönheit, mit einem entschlossenen und resoluten Antlitz.“ Anna von Kleve selbst zu ihrer Hofdame: „Wenn der König ins Bett geht, gibt er mir einen Kuss, nimmt meine Hand und wünscht mir eine gute Nacht. Am Morgen küsst er mich und sagt mir auf Wiedersehen. Ist das nicht genug?“ Diese Ehe (seine 4.) ließ der König nach einem halben Jahr annullieren, Anna behielt ihren Kopf und lebte bis zu ihrem natürlichen Tod in England. Des Königs Hofmaler Hans Holbein hatte dem Herrscher wohl ein zu vorteilhaftes Portrait von Anna von Cleve gemalt; fortan durfte er kein Mitglied der königlichen Familie mehr malen.

Natürlich durfte auch die Sage vom Schwanenritter nicht fehlen oder die Geschichte der Herzöge von Kleve, von denen einer - Johann II. - drei eheliche und 63 uneheliche Kinder hatte, dafür erhielt er den Beinamen „de Kindermaker“.

Auf dem Weg zur Stiftskirche mit der Grablege etlicher Herzöge und wunderschöner Fenster besuchten wir auch die Gedenkstätte für die jüdische Gemeinde. Ganz still wurde man... .

Das vorbestellte Mittagessen im Turmcafé sorgte für neue Kräfte und die notwendige Auszeit, um für die anschließende Führung im Forstgarten gestärkt zu sein.

Der Park mit seinen regelmäßigen Wasserbecken, verschlungenen Wegen, Ruheplätzen sowie dem sog. „Amphitheater“ und unzähligen fremdländischen Gehölzen wurde seit 1978 wiederhergestellt und ist eine Augenweide für jeden Spaziergänger.

Erschöpft, aber zufrieden und gut gelaunt brachten uns Bus und Bahn wieder in die heimatlichen Gefilde zurück. Ein besonderer Dank gilt Frau Schnütgen, die nicht müde wurde, Interessantes und Kurzweiliges von Kleve aufzuzeigen. Man könnte davon noch so viel erzählen.

Marlies Pasch