Quelle: Bürgerverein Anrath e.V. | www.buergerverein-anrath.de | Stand: 21. Dec. 2016

Chronik

Berichte über Aktuelles in Anrath und Aktivitäten des Bürgervereins

18.05.2011

Telekompensionäre erkunden Anrath

Unser Kollege Friedel Kluth hatte aus Anlass des 1000-jährigen Jubiläums im vergangenen Jahr zu einem kleinen Rundgang durch den historischen Flecken Anrath eingeladen, und 16 Kollegen und Frau Kluth nahmen daran teil.

Wir hörten während eines kleinen Rundganges etwa im Bereich des abgebildeten alten Stiches von den vermutlichen Anfängen des Ortes zu Zeiten Karls des Großen, von der ersten urkundlich erwähnten Pfarre Anrath im Jahr 1010, von den Kriegen im 16., 17. und 18. Jahrhundert, auch von den Nöten und Schwierigkeiten während der Weltkriege und danach, von einigen wichtigen Häusern und von einigen Geschichten in und um Anrath herum, von den Herrlichkeiten Neersen und Anrath, von der Einführung einer Zollstation (als Vergeltungsmaßnahme), von der Gerichtsbarkeit, den Vögten, der kurköllnischen Grundherrlichkeit, vom Verbot des Ausschankes von Wein, Bier Schnaps während der Gottesdienste.

Anrath lag an keiner großen Durchgangsstraße. Die Verkehrswege, die zum Ort führten, wurden angelegt, um dort einer Kult- oder Gerichtshandlung beizuwohnen oder den Markt zu besuchen. Die Straßen führten von den vier Toren genau auf den Kirchturm der Johanneskirche zu. Kein gegenüberliegendes Paar der vier Straßen hatte eine Durchgangsroute dargestellt. Dies kann man heute noch gut erkennen, auch wenn inzwischen Verkehr und Bebauung vieles geändert haben.

Eine Befestigungsanlage, angesichts ständig wachsender Kriegsgefahren wahrscheinlich Anfang des 15. Jahrhunderts errichtet, war landesüblich als Graben und Wall angelegt, die zusammen etwa 15 Meter breit waren.

Als die Zeiten ruhiger wurden, errichteten die Siedler ihre Häuser auch außerhalb des geschützten Ortes. Die Wassergewinnung z.B. war damals noch etwas schwieriger, aber auch idyllischer. Pumpengemeinschaften betrieben je eine gemeinsame Pumpe, da bei den Häusern der Mitglieder keine Brunnen gegraben werden konnten. Für die Benutzung der gemeinsamen Pumpe wurde ein so genanntes "Pumpengeld" entrichtet. Die Gaststätte Schmitz-Mönk, seit über hundert Jahren eine kleine Hausbrauerei, war eines der ersten Häuser ausserhalb des Ortes. Etwas müde geworden vom Bummeln, Stehen, Sehen und Hören, kehrten wir in dieses Restaurant ein und genossen köstliche Speisen, selbstgebrautes Kellerbier und anregende Unterhaltung.

Die Gruppe erlebte einige frohe, interessante Stunden und dankt Friedel Kluth herzlich.

Klaus Münch