Quelle: Bürgerverein Anrath e.V. | www.buergerverein-anrath.de | Stand: 10. Jul. 2013

Chronik

Berichte über Aktuelles in Anrath und Aktivitäten des Bürgervereins

29.08.2010

Gottesdienst zum Patronatsfest unserer Pfarre mit Joachim Kardinal Meisner

In unserer sehr gut besuchten Pfarrkirche feierten am Sonntag, den 29.08. viele Menschen den Gottesdienst anlässlich des Festes der Enthauptung Johannes des Täufers mit. Als Gastpriester war an diesem Festtag Kardinal Meisner aus Köln eingeladen, um gemeinsam mit vielen Anrathern und Gästen diesen Gottesdienst zu feiern. Der Erzbischof kam dabei sozusagen als Nachfolger von Bischof Heribert von Köln, der im Jahre 1010 St. Johannes zu Pfarre erhoben hat. In seiner Predigt betonte Kardinal Meisner, dass es bei diesem Geburtstagfest nicht um nostalgische Rückschau geht, sondern darum den Blick in die Zukunft zu richten, damit auch weiterhin Christinnen und Christen in Anrath beheimatet sind.

Den festlichen Charakter des Gottesdienstes unterstrichen die vielen Vertreterinnen und Vertreter der pfarrlichen Gruppierungen, wie KAB, kfd und der St. Sebastianus Schützenbruderschaft, die mit Fahnenabordnungen in die Kirche kamen, Mitglieder des Pfarrgemeinderates und des Kirchenvorstandes, die Gäste aus den Gremien der evangelischen Kirchengemeinde und der Gemeinden unserer GdG, die Lektorinnen und Lektoren, Kommunionhelferinnen und -helfer, die Messdienerinnen und Messdiener (hier waren nahezu alle da!), Mitglieder des Bürgervereins, Gäste aus Politik und Verwaltung und natürlich die Kirchenchöre aus Anrath und Schiefbahn, die unter Leitung unseres Organisten Marcel Feldberg die Messfeier musikalisch wunderbar begleiteten mit einer Mischung aus klassischer Musik und neueren geistlichen Liedern.

Eingeladen waren auch ehemalige pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Besonders gefreut haben sich viele Gemeindemitglieder über den Besuch von Schwester Irmengard, die viele Jahre in unserer Gemeinde gewirkt und zuletzt in Haus Broich gelebt und gearbeitet hat.

So wurde es ein lebendiger Gottesdienst mit kräftigem Gesang. Nur am Ende, als der Kardinal wohl einmal testen wollte, ob die Anrather auch noch die Antworten auf Latein kennen, wurde es stimmlich etwas dünner. Aber da es ja, wie der Erzbischof in seiner Predigt erwähnte, nicht um nostalgische Rückschau ging, sondern um den Blick auf Gegenwart und Zukunft unserer Gemeinde, wird das wohl zu verschmerzen sein.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde der Kardinal, von den Schützen und zahlreichen Gemeindemitgliedern zum Schützenzelt geleitet. Hier sprach Bürgermeister Josef Heyes ein Grußwort und der Kardinal trug sich in das goldene Buch der Stadt ein. Kardinal Meisner nahm sich aber auch Zeit für persönliche Worte an die Menschen in und vor dem Zelt. Gegen 12.30 Uhr machte er sich dann auf den Weg nach Münster zu einem weiteren Termin.

Der Tenor vieler Mitfeiernden war einheitlich: es war ein schöner Gottesdienst und gut, Kardinal Meisner einmal so nah erleben zu dürfen.

Ganz herzlich möchte ich mich im Namen des Pastoralteams bei allen bedanken, die gekommen sind, um mit zu feiern. Ein ganz besonderes Dankeschön an alle, die mitgeholfen haben, damit alles reibungslos funktioniert: Josef Reinders als Küster, Frau Rolshoven für den Blumenschmuck, den Sängerinnen und Sängern, Musikerinnen und Musikern, unserem Organisten Marcel Feldberg, den Messdienerinnen und Messdienern, Lektorinnen und Lektoren, Kommunionhelferinnen und -helfern und allen, die sonst noch tätig waren, damit es ein rundum schöner Gottesdienst sein konnte - Vielen Dank!

Sabine Grotenburg, Gemeindereferentin


Vielen Dank an Wolfgang Lohr für die nachstehenden Fotos:







































aus wz-newsline.de vom 29.08.2010:

Kirche: Kardinal ganz nah bei den Anrathern

Kölns Erzbischof Joachim Meisner suchte Kontakt zu den Gläubigen und genoss eine Curry-Wurst auf der Kirmes.
Kardinal Joachim Meisner (Mitte) mit Diakon Klaus Molzberger (r.) und dem Anrather Pfarrer Markus Poltermann. (Foto: Kurt Lübke)

Ganz nah bei den Menschen zeigte sich Kardinal Joachim Meisner bei seinem Besuch in Anrath. Der Kölner Erzbischof nutzte jede Gelegenheit, mit den Menschen in Kontakt zu kommen.

Viele wurden per Handschlag begrüßt. So wie der dreijährige Elias Anderwald oder der Anrather Schützenregent, Bernd Straeten. "Ich wünsche Ihnen ein tolles Fest", sagte der Erzbischof zum König.

Meisner, der für die einen ob seiner erzkonservativen Haltung eine Reiz- und für andere eine Kultfigur ist, hatte sich aus gutem Grund für seinen ersten Besuch in Anrath entschieden: Zum einen hatte vor tausend Jahren der Kölner Bischof Heribert das Dorf zur selbstständigen Pfarre erklärt, zum anderen wurde am Sonntag an die Enthauptung Johannes des Täufers gedacht, also das Patronatsfest gefeiert.

"Es ist für mich eine große Freude und Ehre, als 91. Erzbischof von Köln hier zu sein und an das Vermächtnis meines Vorgängers Heribert zu erinnern", sagte der Kardinal. Anrath sei unverzichtbar für die Stadt und für unser Land geworden.

Meisner wollte dennoch nicht nostalgisch zurück, sondern in die Zukunft blicken. Begriffe wie Glaube und Vertrauen gelte es "zu schützen und positiv zu erleben".

Als kleiner Junge durfte sich Meisner, wenn er mit seiner Mutter in die Kirche ging, etwas wünschen. Bei seinem Besuch in Anrath äußerte der 76-Jährige in der vollbesetzten Pfarrkirche St.Johannes den Wunsch: "Dass in den nächsten zehn Jahren drei neue Kapläne aus ihrer Mitte kommen..."

Katholische Gruppen geleiteten den Kardinal in die Kirche

Küster Josef Reinders hatte das feierliche Pontifikalamt bestens vorbereitet und dabei die so genannte "Johannes-Schüssel" aus dem Tresor geholt und ausgestellt. In diesem Reliqium soll der Kopf von Johannes dem Täufer gelegen haben. Zuletzt wurde daraus geweihter Wein getrunken, der angeblich gegen Kopfschmerzen helfen sollte. Es fanden in den vergangenen Jahrhunderten regelrechte Pilgerfahrten zur Schale statt.

25 Messdiener sowie Vertreter katholischer Gruppen, wie KAB, Frauengemeinschaft oder Kirchenvorstand, geleiteten Kardinal Meisner in die Kirche. Das Hochamt begleiteten Pfarrer Markus Poltermann und Diakon Klaus Molzberger; Applaus gab es zum Schluss für die Kirchenmusiker und die Kirchenchöre aus Anrath und Schiefbahn.

Hinterher fand nur noch ein kleiner Empfang im Schützenzelt statt, denn der 76-Jährige wurde am Nachmittag im Dom zu Münster zu einer Weihe von drei Bischöfen erwartet.

Zum Empfang brachte Willichs Bürgermeister Josef Heyes das Goldene Buch der Stadt mit, in das sich Meisner eintrug. Gekommen war auch die 69-jährige Schwester Irmgard, die bis zur Auflösung 2006 in Haus Broich gearbeitet hatte und jetzt in einer Sakristei im hamburgischen Reinbek tätig ist.

Vor der Abreise genehmigten sich Meisner und sein Domvikar Oliver Boss noch schnell auf der Anrather Kirmes eine Curry-Wurst.





aus der Rheinischen Post vom 30.08.2010:

Kardinal wünscht tolles Fest

Von Willi Schöfer - Joachim Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln, feierte gestern in der Pfarrkirche St. Johannes die Festmesse zum tausendjährigen Bestehen von Anrath. Der 76-Jährige suchte danach den Kontakt zu den Menschen.

Joachim Kardinal Meisner (Mitte) zelebrierte das Pontifikalamt in der Anrather Pfarrkirche mit Pfarrer Markus Poltermann (rechts) und Diakon Dr. Klaus Molzberger an seiner Seite. RP-Fotos (3): Wolfgang Kaiser

Als kleiner Junge durfte sich Joachim Meisner, wenn er in Breslau mit seiner Mutter in die Kirche ging, immer etwas wünschen. Mittlerweile ist er 76 Jahre alt, Kardinal und seit 1988 Erzbischof von Köln. Aber auch gestern, bei seinem Besuch in Anrath, äußerte er in der vollbesetzten Pfarrkirche St. Johannes einen Wunsch: "Dass in den nächsten zehn Jahren drei neue Kapläne aus ihrer Mitte kommen..."

Der Erzbischof hatte sich aus zwei guten Gründen für seinen Premierenbesuch in Anrath entschieden: Zum einen hatte vor tausend Jahren der Kölner Bischof Heribert das Dorf zur selbstständigen Pfarre erhoben, zum anderen wurde gestern der Enthauptung Johannes des Täufers gedacht, also das Patronatfest der Pfarre gefeiert.

Den Menschen zugewandt

"Es ist für mich eine große Freude und Ehre, als 91. Erzbischof von Köln hier zu sein und an das Vermächtnis meines Vorgängers Heribert (999-1021) zu erinnern", sagte Meisner in seiner Predigt. Anrath sei unverzichtbar für die Stadt und für das Land geworden. Er wolle weniger nostalgisch auf die zurückliegenden tausend Jahre blicken, sondern Wertbegriffe wie "Glaube" und "Vertrauen" mit der Zukunft vebinden. "Die gilt es zu schützen und positiv zu erleben." Dabei warnte der Kardinal, noch einmal einen falschen Gott in Menschengestalt zu erleben. Er meinte damit die Diktatoren, die das eigene Land und die Menschen ausgebeutet und in Kriege geschickt hätten.

Kardinal Meisner

Herkunft: Joachim Kardinal Meisner wurde am 25. Dezember 1933 in Lissa bei Breslau geboren.

Studium Von 1959 bis 1962 studierte er katholische Theologie in Erfurt. Am 22. Dezember 1962 wurde er in Erfurt zum Priester geweiht. 1969 promovierte er an der Gregoriana in Rom.

Bischof Ab 1975 war Meisner Weihbischof in Erfurt. 1980 wurde er zum Bischof von Berlin ernannt, 1983 erhob ihn Papst Johannes Paul II. zum Kardinal. Am 20. Dezember 1988 wurde Meisner zum Erzbischof von Köln ernannt.

Küster Josef Reinders hatte das feierliche Pontifikalamt bestens vorbereitet und dazu die so genannte "Johannes-Schüssel" aus dem Tresor der Sakristei geholt und vorne neben dem Altar ausgestellt. In diesem Reliquiar soll der Überlieferung nach der Kopf von Johannes dem Täufer gelegen haben.

25 Messdiener sowie Vertreter der katholischen Gruppen wie Katholische Arbeitnehmerbewegung KAB, Frauengemeinschaft oder Kirchenvorstand, geleiteten Meisner in die Kirche. Das Hochamt feierten an seiner Seite Pfarrer Markus Poltermann und Diakon Dr. Klaus Molzberger. Applaus gab es zum Schluss für die Kirchenmusiker und für die katholischen Kirchenchöre aus Anrath und Schiefbahn.

Stärkung mit Currywurst

Meisner nutzte jede Gelegenheit, mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Viele begrüßte er per Handschlag, so den dreijährigen Elias Anderwald oder den amtierenden Anrather Schützenregenten, Bernd Straeten. "Ich wünsche Ihnen ein tolles Fest", sagte der Kardinal zum König. Nach der Festmesse folgte nur noch ein kleiner Empfang im Schützenzelt, denn der 76-Jährige wurde am Nachmittag im Dom zu Münster zu einer Weihe von gleich drei Bischöfen erwartet. Zum Empfang für Meisner brachte Willichs Bürgermeister Josef Heyes eine Aktentasche mit, darin das Goldene Buch der Stadt, in das sich der Kardinal eintrug. Gekommen war auch die 69-jährige Schwester Irmengard, die in Haus Broich bis zu dessen Auflösung 2006 gearbeitet hatte und jetzt noch in einer Sakristei in Reinbek tätig ist.

Gegen 12.30 Uhr fuhren Joachim Kardinal Meisner und Domvikar Oliver Boss in Richtung Münster. Vorher stärkten sie sich noch rasch auf der Anrather Kirmes mit einer Curry-Wurst.




Mit dem Bischofsstab in der Hand zog Kardinal Meisner in die Kirche ein.


Stärkung für die Fahrt nach Münster: Kardinal Meisner hatte Appetit auf Currywurst.
Neben ihm Bürgermeister Josef Heyes (r.) und Pfarrer Markus Poltermann.