Quelle: Bürgerverein Anrath e.V. | www.buergerverein-anrath.de | Stand: 10. Jul. 2013

Chronik

Berichte über Aktivitäten des Bürgervereins

06.05.2010

Ausstellung 1000 Jahre Anrath

Am 6. Mai wurde die Ausstellung 1000 Jahre in der Anrather Josefshalle eröffnet. Nach Grußworten von dem Bürgermeister Josef Heyes und der Vorsitzenden des Bürgervereins Karla Meiendresch faßte der Stadtarchivar Udo Holzenthal, der die Ausstellung auch federführend vorbereitet hatte, die 1000jährige Geschichte aus der Sicht des "Homo Anradiensis" zusammen. Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung von den "Sixties", die früher als die FIHALIs deutschlandweit große Erfolge feierten und 1956 in der (alten) Josefshalle ihren ersten öffentlichen Auftritt hatten.

Auf zahlreichen Schautafeln werden Bilder und Dokumente zur Anrather Geschichte gezeigt und erläutert. Ein Highlight der Ausstellung ist das maßstabsgetreue Modell Anraths, daß von Schülern der Johannesschule in zweijähriger Arbeit auf Grundlage der Zeichnung von Gottfried Kricker gebaut wurde.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 30. Mai und ist dienstags bis freitags von 17 bis 19 Uhr, samstag, sonntags und feiertags von 10 bis 17 Uhr geöffnet sowie am letzten Ausstellungswochenende, Samstag 29. Mai von 15 bis 20 Uhr, und Sonntag 30. Mai von 11 bis 18 Uhr geöffnet.




Udo Holzenthal: 1000 Jahre Anrath

Eigentlich ist alles gesagt. Immerhin feiern wir jetzt schon seit gut fünf Monaten diesen einzigartigen Geburtstag und sind dabei nahezu allen Facetten dieses Ortes auf die Spur gekommen. Wir könnten also eigentlich den Deckel drauf machen.

Wäre da nicht ein weiterer interessanter Aspekt: Stellen Sie sich vor, wir feiern nicht nur 1000 Jahre Anrath, sondern auch 1000 Jahre Anrather. Stellen wir uns den ersten Pfarrer von Anrode des Jahres 1010 als den Ur-Anrather vor, mit dem alles begann, als Homo Anradiensis sozusagen. Jetzt wird die Sache spannend.

Denn wir müssen uns - mitten im Jubiläumsjahr mit der Frage beschäftigen: Was macht den Anrather an sich aus, was unterscheidet ihn von einem Willicher, Schiefbahner oder Neersener? Mit welcher Spezies haben wir es zu tun?

Anhand von sieben Beispielen aus tausend Jahren Anrather Geschichte werde ich ihnen zeigen, dass die Anrather wahrlich etwas besonderes sind, das weit und breit seinesgleichen sucht. Nach diesen sieben Beispielen werden sie Anrath mit anderen Augen sehen.

Gehen wir also zurück in die Geschichte, um dem Anrather auf die Spur zu kommen, und beginnen wir dabei im Jahre 1554. Es war die gute alte Zeit, als der Kölner Erzbischof Landesherr war und der Herr von Virmond in Anrath über Recht und Gesetz wachte. In jenem Jahr ließ Erzbischof Adolf von Schaumburg seine Untertanen auf die Landesburg Liedberg kommen, um sich von ihnen huldigen zu lassen. Und sie kamen alle von nah und fern - bis auf die Anrather.

Diese hatten nämlich den passiven Widerstand erfunden. Da sie den Virmond als ihren wahren Landesherren sahen, zogen sie es vor, dem Spektakel in Liedberg fernzubleiben. Um es kurz zu machen: Der Erzbischof war not amused. Er bestellte die Anrather in seine Residenz nach Poppelsdorf, immerhin vier Tagesreisen entfernt, ein und rügte sie.

Johann von Virmond nahm heldenhaft die Schuld auf sich und behauptete, die Aufforderung zur Huldigung als ein Privatschreiben aufgefasst zu haben. Wie auch immer: Die Anrather standen fortan unter verstärkter Beobachtung. Wir merken uns: Selbstbewußtsein.

Das zweite Beispiel stammt aus dem Jahre 1794. Die französischen Revolutionstruppen hatten das linke Rheinland erobert und auch über Anrath wehte die Tricolore. Während in den meisten Orten die neuen Herren misstrauisch beäugt wurden, erlagen die Anrather dem mediterranen Charme. So äußerte sich ausgerechnet der Pfarrer geradezu enthusiastisch:

Der Franzos war nit so bös, als man glaubte, gütiger als der Teutsche.
Mit Schmeicheln bekommt er Alles, mit Schläg der Teutsche.

Wir merken uns: Aufgeschlossenheit.

1814 hatte sich die Franzosenzeit im Rheinland erledigt. Über Anrath wehte nun der Preußenadler. Im Jahre 1848 kumulierte die Unzufriedenheit mit der Monarchie in einer Revolution. Die Anrather sagten sich: Wir sind dabei - gemeinsam mit Viersener Revoluzzern wollte man sich dem Sturm auf das Neusser Zeughaus anschließen. Also versammelte sich mittags an der Kirche ein mehr oder weniger schlagkräftiger Haufen, um auf die Viersener zu warten und dann loszuziehen. Als am Nachmittag immer noch kein Viersener zu sehen war, kam der erste Anrather auf die Idee, man könne doch auch im Wirtshaus warten und ein Bier trinken.

Da der Anrather an sich gerne einen trinkt, zog der Stoßtrupp johlend in das nächste Wirtshaus und die Revolution endete - zumindest in Anrath - in einem Trinkgelage.

Am nächsten Tag kamen preußische Polizisten ins Dorf und erkundigten sich bei Bürgermeister Gierlichs, ob er in seinem Ort Revoluzzer beobachtet hätte. Gierlichs, noch mit dickem Kopf, da er am Vortag kräftig mitgezecht hatte, stellte sich vor seine Anrather und behauptete, keinerlei Aktivitäten bemerkt zu haben. Damit war die Sache für die preußischen Behörden erledigt. Wir merken uns: Gemütlichkeit und Solidarität.

Preußische Ordnungshüter spielen auch in der nächsten Episode eine Hauptrolle: 1887 wollte der Gendarm Borg zum Feierabend noch beim Malbauern ein Bier trinken - und platzte in eine Versammlung von 200 Sozialdemokraten, die zum damaligen Zeitpunkt strengstens verboten war. Der Polizist rang um Fassung, stellte dann den Wirt Heinrich Grefertz zur Rede.

Der handelte nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" und faltete den Gendarmen zusammen: "Ob er ihm das Geschäft verderben wolle. Er könne ja so tun, als ob er nichts sehe und höre. Schließlich würde er selbst es ja auch tun". Das wirkte. Die Sozialdemokraten zogen unbehelligt von dannen, der Wirt konnte sich über gute Einnahmen freuen und Polizist Borg schrieb erst einmal einen Bericht. Wir merken uns: Geschäftssinn.

Gehen wir auf der Suche nach den Anrather Tugenden weiter ins Jahr 1891. Am 1.Juli wurde der Ort von einem Wirbelsturm heimgesucht, der verheerende Schäden verursachte. Fast jedes Dach wurde abgedeckt, viele Häuser komplett zerstört. In diesem Augenblick wurde in Anrath der Katastrophentourismus erfunden: Denn bereits am folgenden Wochenende strömten die Krefelder zu Tausenden nach Süden, um sich den gebeutelten Ort anzusehen. Die Reichsbahn musste gar Sonderzüge einsetzen, um der ganzen Massen Herr zu werden. Die Anrather ließen die Besucherströme geduldig über sich ergehen, immerhin spendeten die Touristen 25000 Reichsmark. Ob die Wirte für die Besucher ein Tornado-Bier brauten, wurde bislang nicht geklärt. Wir merken uns: Beharrlichkeit.

Wir springen weiter ins Jahr 1944. Als die Alliierten immer näher rückten, und sich das Ende der NS-Herrschaft abzeichnete, rief der Ortsgruppenleiter Plöcks die Anrather auf, sich auf die andere Rheinseite zu begeben. Diese dachten jedoch nicht daran, ihre Heimat zu verlassen und gaben eine Losung aus, mit der sie sich untereinander verständigten:

"Liever en Canada Banane schuffele"

Tatsächlich folgten nur die wenigsten Anrather dem Aufruf des Ortsgruppenleiters - darunter er selbst. Wir merken uns: Cleverness.

Das letzte Beispiel ist noch gar nicht so alt, es stammt aus dem Jahre 1970, dem Jahr der Kommunalen Neugliederung. Anrath war zähneknirschend in der Stadt Willich aufgegangen. Dies war die Geburtsstunde der Außerparlamentarischen Opposition Anrath. Damit ist nicht mehr und nicht weniger gemeint als der Bürgerverein. Er hatte es sich bei seiner Gründung am 28.7. zum Ziel gesetzt, die Interessen von Anrath in der neugegründeten Stadt Willich zu vertreten, war also ein politischer Verein. So etwas gab es nicht in Neersen, nicht in Schiefbahn und auch nicht in Willich.

Als die Anrather merkten, dass die Stadt Willich eigentlich ganz gut funktionierte und der eigene Stadtteil nicht zu kurz kam, verlegte der Verein seinen Schwerpunkt auf den kulturellen und sozialen Bereich. Wir merken uns: Heimatverbundenheit.


Heimatverbundenheit, Cleverness, Beharrlichkeit, Gemütlichkeit, Solidarität, Aufgeschlossenheit und Selbstbewusstsein - durch diese Eigenschaften haben sich die Anrather in den vergangenen tausend Jahren ausgezeichnet.

Und so haben sie aus Anrath einen lebens- und liebenswerten Stadtteil gemacht, der voller Stolz auf seine lange Geschichte zurückblicken und mit Fug und Recht feiern darf.


































Aus der Westdeutschen Zeitung vom 3. Mai 2010:

Ausstellung: Eine Zeitreise durch Anrath

Eine Ausstellung dokumentiert die Ortsgeschichte.

Stadtarchivar Udo Holzenthal präsentierte die Jubiläums-Ausstellung.

von Kerstin Reemen - Anrath. Udo Holzenthal rollt den roten Teppich aus. Die Ausstellung, die Willichs Stadtarchivar ab Donnerstag in der Josefshalle zeigt, führe schließlich geradewegs auf das Festwochenende in Anrath Ende Mai hin. „1000 Jahre Anrath – Eine Zeitreise“ sei, sagt Holzenthal, „ein Parforceritt durch die Geschichte des Ortes.“ Gleich im Duden nachgeschlagen: Parforceritt, ein mit großer Anstrengung unternommener Ritt.

Holzenthal macht aus dieser Anstrengung keinen Hehl, aus seinem Stolz aber auch nicht: „Es ist fast unmöglich, 1000 Jahre in eine solche Ausstellung zu bringen. Aber wir haben es geschafft.“ Das „Wir“ meint den Bürgerverein, der an der Entstehung der Schau erheblichen Anteil hat.

1000 Jahre Anrath, das seien Jahre „voller bewegender Ereignisse, Epochen des Wohlstands, aber auch des Krieges und der Krisen – 1000 Jahre, die aus einer kleinen Rodung einen lebhaften Ort mit rund 11 000 Einwohnern machten“. So steht es im Flyer zur Schau.

Die Ausstellung, die Bürgermeister Josef Heyes am Donnerstag um 18 Uhr eröffnet, beginnt mit den Anfängen im Mittelalter und endet im Heute. Holzenthal: „Wir haben auch Aspekte aufgegriffen, die nicht so bekannt sind“. Der Heilige Heribert ist dabei, der Begründer der Pfarre, Bauern und Weber, der Rembrandt-Schüler Lambert Doomer, Franzosen, Preußen, schließlich der Industrielle Jakob Krebs.

„Das ist ein Parforceritt durch die Geschichte des Ortes.“ Udo Holzenthal, Archivar der Stadt Willich

Die NS-Zeit wird nicht ausgespart, ebenso wenig wie das Schicksal der Juden und die Ansiedlung von Flüchtlingen und Vertriebenen.

Geschichte soll nicht nur auf Papier erlebbar werden. Es werden Filme gezeigt, einer beispielsweise über einen Tulpensonntagszug in den 80er Jahren. Zeitungen aus der NS-Zeit werden ausgestellt. „Und wir freuen uns auf das Modell des Fleckens Anrath, vier mal zwei Meter groß, das von Schülern der Johannesschule gefertigt wurde,“ sagt Holzenthal. Mit Hilfe der Potthusaren entsteht eine originalgetreue Zelle des königlichen Gefängnisses. „Jeder 100. Besucher kommt rein“, grinst Holzenthal. Die Vorfreude ist spürbar.

Die Öffnungszeiten ab Freitag (bis zum 30. Mai): dienstags bis freitags, 17 bis 19 Uhr, samstags, sonntags und feiertags, 10 bis 17 Uhr, und zum Jubiläumsfest am Samstag, 29. Mai, 15 bis 20 Uhr, sowie am Sonntag, 30. Mai, 11 bis 18 Uhr. Nach dem Festwochenende rollt Udo Holzenthal den roten Teppich wieder ein. Bis dahin aber gibt es 1000 Gelegenheiten für den historischen Spaziergang durch die Ortsgeschichte.




Aus den Willicher Nachrichten vom 5. Mai 2010:

Eine Zeitreise durch ein Jahrtausend


Stadtarchivar Udo Holzenthal und Karla Meiendresch, Vorsitzende des Anrather Bürgervereins, zeichnen für die Ausstellung „1000 Jahre Anrath – Eine Zeitreise“ verantwortlich. Foto: Bastian Königs

Anrath (be). Es wird eine Reise durch die Geschichte Anraths: Vom 6. bis 30. Mai präsentieren der Bürgerverein Anrath und das Stadtarchiv Willich die Ausstellung „1000 Jahre Anrath – Eine Zeitreise“ in der Josefshalle.

„Möglichst viele Aspekte aus 1000 Jahren“ wollten Stadtarchivar Udo Holzenthal und die Aktiven des Bürgervereins, federführend dessen Vorsitzende Karla Meiendresch, in die Ausstellung einbringen. So erfährt der Besucher beispielsweise, wie die Anrather im Mittelalter lebten, sie begegnen dem Heiligen Heribert als Begründer der Pfarre, den Bauern und Webern, die über Jahrhunderte hinweg das Bild der Gemeinde prägten, dem begnadeten Rembrandt-Schüler Lambert Doomer, den Franzosen und Preußen, den Industriellen Jakob Krebs und Hermann Lange, die den Ort aus seiner tiefsten Krise herausführten. Über die NS-Zeit, das Schicksal der Anrather Juden, die Ansiedlung von Flüchtlingen und Vertriebenen, die Kommunale Neugliederung – bis in die Gegenwart reicht die Ausstellung. Natürlich sei es schier unmöglich, 1000 Jahre in eine einzige Ausstellung zu packen, sagt Udo Holzenthal, daher seien einige Aspekte „nur angerissen“. Und dennoch finde sicher jeder Besucher einen interessanten Punkt. Sei es das Modell des Fleckens Anrath, das die Schüler der Johannesschule anfertigten oder die originalgetreue Gefängniszelle aus der Kaiserzeit, die die Potthusaren nachbilden wollen. Oder vielleicht auch das Zimmer im Stil der 30er Jahre oder die Kostüme aus der Franzosen- und Preußenzeit. Zusätzlich, kündigt der Stadtarchivar an, komme die Schau mit weiteren Überraschungen und mit „Geschichte zum Anfassen“ daher.

Die Ausstellung wird am Donnerstag, 6. Mai, 18 Uhr, von Bürgermeister Josef Heyes eröffnet. Den musikalischen Rahmen der Ausstellungseröffnung gestalten die „Sixties“, eine verkleinerte Formation des – Musik-Kenner werden sich erinnern – „Fihali-Trios“, das in den 50er, 60er und 70er Jahren große Erfolge feierte und aus Anrath stammt.





Aus der Rheinischen Post vom 8. Mai 2010:

Im Slalom durch 1000 Jahre

Von Natascha Becker - Stadt Willich (RP) Fast zwei Jahre hat Stadtarchivar Udo Holzenthal mit Unterstützung des Bürgervereins an der Ausstellung "1000 Jahre Anrath – eine Zeitreise" gearbeitet. Bis zum 30. Mai sind die Exponate in der Josefshalle zu sehen.


Bürgermeister Josef Heyes erläutert am Modell den Flecken Anrath. Neben ihm die Erbauer des Modells sowie Ausstellungsmacher Udo Holzental und Bürgerverein-Vorsitzende Karla Meiendresch. RP-Foto: Wolfgang Kaiser

Das Gedränge vor den 38 Ausstellungstafeln in der Anrather Josefshalle ist groß. Immer wieder deuten Besucher auf alte Bilder. Erinnerungen werden wach. "Das war der Gebietsänderungsvertrag, der noch vor der kommunalen Neugliederung von Anrath und Neersen kam. Er wurde damals in der Gaststätte Berger auf der Vennheide beschlossen", erklärt Besucher Fritz Commans und deutet lächelnd auf das Bild, unter dem ein kleiner Text verrät, dass es sich um ein Gruppenbild des Anrather Gemeinderates vom 14. Januar 1968 handelt. Die Vertragsunterzeichnung habe damals den Zusammenschluss von Anrath und Neersen herbeigeführt. Einzigartig im Kreis Viersen, fügt Commans an.

Bilder, Texte und Urkunden

Aber nicht nur das ist einzigartig. Die Ausstellung, an der der Stadtarchivar Udo Holzenthal rund zwei Jahre gearbeitet hat, kann sich sehen lassen. 1000 Jahre Geschichte von Anrath komprimiert in Bildern, Fotografien, Kurztexten, Urkunden, verschiedenen historischen Ausstellungsstücken und dem Modell vom "Flecken Anrath" um 1600 – ein Werk der Klasse 10a der Johannesschule, die daran seit anderthalb Jahren gearbeitet hat. "Wer nicht weiß, was wir heute feiern, ist nicht von hier", sagt Willichs Bürgermeister Josef Heyes in seiner Begrüßungsrede.

Er lässt die Geschichte Anraths im Schnelldurchgang Revue passieren. Angefangen von der ersten urkundlichen Erwähnung von "Anrode" im Jahr 1010 – die Urkunde ist ebenfalls in der Ausstellung zu sehen – bis zur Stadt Willich, die in diesem Jahr 40 Jahre alt wird. Der Ersten Vorsitzenden des Anrather Bürgervereins, Karla Meiendresch, steht die Freude ins Gesicht geschrieben. "Wir konnten auch Bilder und Schriften zur Ausstellung beitragen, schließlich war sie auch unsere Idee. Aber letztendlich verdanken wir diese umfangreiche Ausstellung unserem Stadtarchivar", betont sie. Holzenthal selber verweist darauf, dass die Ausstellung an sich alles sage. Und doch sinniert er auf humorvolle Weise, was den Anrather denn eigentlich ausmache – angefangen vom ersten Pfarrer, der in seinen Augen als der Ur-Anrather bezeichnet werden könne. Besucher, die die 1000 Jahre Anrath in korrekter Folge erleben wollen, müssen sich im übrigen im Slalom durch die Josefshalle bewegen. Von der ersten urkundlichen Erwähnung, der Pfarrkirche als Keimzelle Anraths, die Zeiten der Tricolore und des Preußenadlers, dem Niedergang der Hausweberei, dem Einzug der Industrialisierung, dem Nationalsozialismus, der Nachkriegszeit bis zu prominenten Anrathern – wer sich die Ausstellung samt ihrer besonderen Exponate und den beiden Videoinstallationen ansehen möchte, der sollte schon etwas Zeit mitbringen. 1000 Jahre Geschichte sind nicht mal eben in fünf Minuten abzuhandeln.