Quelle: Bürgerverein Anrath e.V. | www.buergerverein-anrath.de | Stand: 10. Jul. 2013

Chronik

Berichte über Aktivitäten des Bürgervereins

04.05.2010

Die vier Dorftore in Anrath um 1600 n. Chr.

Dr. Kricker beschreibt in seinem Buch "Geschichte der Gemeinde Anrath" den "Flecken Anrath" ab der Seite 286. Hinter Seite 288 ist eine Zeichnung von Herrn Dr. Kricker abgedruckt, die den Flecken Anrath nach seiner Auffassung zeigt. Deutlich sind die vier Straßen zu erkennen, die auf den Ort zu bzw. durch ihn durchführen. Der Wall war an den Stellen, an denen die vier Straßen auf den Flecken trafen, unterbrochen. Hier schützten Dorftore vor dem freien Zugang.

An den Stellen, an denen ungefähr die vier Dorftore gestanden haben, hat der Bürgerverein Anrath unter tätiger Mithilfe der Stadt Willich in auffälliger blauer Farbe eine Markierung auf die Straßen aufbringen lassen. Diese Markierungen sollen also auf die ehemaligen Dorftore um 1600 n. Chr. hinweisen.

Zusätzlich sind an den Hauswänden Infotafeln angebracht worden, die Erläuterungen zu den Dorftoren enthalten mit folgendem Text:

"Der Flecken Anrath war am Ende des 15. Jahrhunderts durch Wall, Graben und Tore geschützt.
Ungefähr an dieser Stelle stand eines der Dorftore,
- die Dimbkespoort, (Neersener Straße)
- die Schottelpoort, (Schottelstraße)
- die Hüskespoort, (Jakob-Krebs-Straße)
- die Bengdpoort (Viersener Straße).
Der Graben war 10 bis 12 m (40 Fuß) breit und mit Wasser gefüllt.
Zum Innern hin begleitete den Graben ein Erdwall von geringerer Breite und Höhe, der mit schnell wachsenden Bäumen und Sträuchern bepflanzt war.
Vier Straßen führten in den Ort und trafen sich im Mittelpunkt an der Kirche. Dort, wo sie Graben und Wall kreuzten, waren sie durch Doppeltore geschlossen. Die schweren doppelflügeligen Außentore standen vor dem Graben, das zweite Tor lag im Torgebäude an der Ortsseite innerhalb des Grabens.
Die Tore dienten dazu, Landstreicher, herumziehendes Gesindel und raublustige Banden fernzuhalten. Den Straßen entsprechend erhielten die 4 Tore ihre Namen."

Als im Bürgerverein Anrath e.V. die Beratungen zum 1000-jährigen Bestehen Anraths aufgenommen wurden, fiel die Entscheidung, die ungefähren Standplätze der vier Dorftore zu markieren. Über die Anbringung entsprechender Hinweistafeln war schnell Einigkeit hergestellt. Die Straßenmarkierungen sollten durch besondere Aufpflasterungen im normalen Strassengbelag erfolgen. Da aber im Ortskern Anraths im nächsten Jahr umfangreiche Kanal- und Straßenbauarbeiten anstehen, wurde die besondere Aufpflasterung zunächst verworfen und eine farbliche Markierung gewählt.

Aus Anlass der 1000-Jahrfeier Anraths sind beim Bürgerverein Anrath verschiedene Geldspenden eingegangen, die für die Beschaffung der Infotafeln verwandt wurden. Den Spendern gebührt Dank für die Unterstützung, der Stadt Willich für die Anbringung der Markierungen.

von Frieder Nöhles

















Die Rheinische Post verband in ihrem Artikel vom 04.05.2010 den Bericht hierüber mit einer Vorschau auf das Festwochenende:

Ein großes Fest für Anrath

Von Andreas Cüppers Stadt Willich (RP) Die ehemals eigenständige Gemeinde feiert ihr 1000-jähriges Bestehen. Höhepunkt der Feierlichkeiten wird Ende Mai das offizielle Festwochenende, das der Bürgerverein und die Stadt Willich gemeinsam organisiert haben.

Der Bürgerverein Anrath markiert die ungefähren Standplätze der vier Dorftore des Flecken Anraths Ende des 15. Jahrhunderts. Hans-Frieder Nöhles, Gerd Smits, Manfred Jacobs, Karla Meiendresch, Dieter Bieber, Dieter Lambertz und Magda Sehrbrock (v. li.) brachten gestern eine Hinweistafel an der Jakob-Krebs-Straße/Auf dem Sande an. Zudem gibt es eine farbliche Markierung des Straßenpflasters. Rp-Foto: Wolfgang Kaiser

Wie viele Stunden ehrenamtlichen Einsatzes Karla Meiendresch, Reiner Brück und Sabine Nießen für die Vorbereitungen des Anrather Jubiläums bereits investiert haben, mögen die drei vom Bürgerverein Anrath nicht schätzen. Fest steht aber: In diesen Tagen werden unzählige Stunden hinzu kommen. Ende des Monats steht in der ehemals eigenständigen Gemeinde der Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 1000-jährigen Bestehen an.

Von Freitag, 28., bis Sonntag, 30. Mai, gibt es das offizielle Festwochenende, das die Stadt gemeinsam mit dem Bürgerverein organisiert hat. "Das Jubiläum lässt sich nicht anders würdigen als mit einem riesigen Fest", sagt Manfred Jacobs. Der Geschäftsbereichsleiter Steuerung und Kommunikation bei der Stadt verspricht ein "Riesen-Fest, das Willich in dieser Form noch nicht erlebt hat".

Es geht los mit Live-Musik am Freitagabend auf der Bühne vor der Pfarrkirche St. Johannes. Die "Q-Revival-Band" spielt dort Musik von "Queen", tags darauf tritt die bekannte Mönchengladbacher Cover-Band "Booster" auf. Am Samstagvormittag ist die Bühne für den offiziellen Festakt reserviert. Der beginnt mit der Übergabe einer Kopie der Urkunde mit der Ersterwähnung Anraths. Überbracht wird sie von Läufern, die sich am frühen Morgen von St. Peter in Kempen aus auf den Weg machen. Von der Pfarre wurde Anrath vor 1000 Jahren abgetrennt.

Parallel zum Bühnenprogramm – ab Samstagnachmittag mit verschiedenen Vorführungen – locken ein historischer Markt und Ritterspiele nach Anrath. "Wir haben rund 80 darstellende Handwerker und Gruppen aus ganz Deutschland dabei", sagt Organisatorin Sabine Nießen. Es gibt unter anderem einen Barbier und einen Bader. "Alle Handwerker zeigen ihre Künste gerne und lassen sich auch stören", sagt Nießen schmunzelnd. Im Theodor-Heuss-Park zeigen tapfere Recken derweil, wie sie sich einst in Schlachten schlugen und sich ihrer Feinde entledigten. "Solche mittelalterlichen Märkte sprechen sich in der Szene schnell rum, so dass wir auch viele Besucher von außerhalb erwarten", sagt Sabine Nießen.

Info
Freier Eintritt: Für das gesamte Festwochenende werden keine Eintrittsgelder erhoben. Die Veranstalter betonen, dass es ein Fest von Bürgern für Bürger werden soll.
Anfahrt : Es gibt nur äußerst begrenzte Parkplätze. Empfohlen wird die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Der Bürgerbusverein richtet einen Shuttle-Dienst zwischen Bahnhof und Veranstaltungsort ein.
Infos www.anrath2010.de oder www.stadt-willich.de

Insgesamt erwarten die Veranstalter für das Festwochenende zwischen zehn- und fünfzehntausend Besucher – pro Tag. "Ein solches Fest alleine zu organisieren", sagt Karla Meiendresch, Vorsitzende des Bürgervereins Anrath, "hätten wir uns gar nicht leisten können. Die Zusammenarbeit mit der Stadt hat sehr gut geklappt." Zudem heben die Organisatoren das Engagement zahlreicher Sponsoren und die Hilfe von Organisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz hervor.