Quelle: Bürgerverein Anrath e.V. | www.buergerverein-anrath.de | Stand: 10. Jul. 2013

Chronik

Berichte über Aktivitäten des Bürgervereins

23.04.2010

Ortsführung: "Park und Friedhöre"

Im Rahmen der Feierlichkeiten zur Jahrtausendfeier bietet der Bürgerverein zahlreiche Führungen durch Anrath zu verschiedenen Themen an. Am 23. April fand die erste Führung zum Thema "Park und Friedhöfe" statt.


aus der Westdeutschen Zeitung vom 26.04.2010:

Ein Ausflug zu Hochkreuz und Familiengruft

Spaziergang: Im Rahmen der Führungen zur 1000-Jahr-Feier ging es diesmal zu Parks und Friedhöfen.


Annemarie Rüther wusste viel über Parks und Friedhöfe zu berichten.

Anrath. "Spaziergang durch Park und Friedhof" nannte Annemarie Rüther vom Bürgerverein ihre Führung. Los ging es im Park, der früher Friedhof war. Bestattungen wurden in Anrath bis 1834 auf dem Kirchhof vorgenommen. 1831 beschloss der Gemeinderat, am Ortsrand einen Friedhof anzulegen - keine kirchliche Einrichtung mehr, sondern eine kommunale. 1836 wurde der neue Friedhof eingeweiht, 1850 wurde er erweitert, 1875 die jetzt restaurierten Ziegelsteinhäuschen mit den Kreuzwegstationen gebaut.

Im Mittelpunkt steht jetzt das Hochkreuz, wo vier Pastöre beerdigt wurden. In unmittelbarer Nähe die "Ruhestätte des wohlachtbaren Herrn Lorenz Schmitz, Stifter des hiesigen Hospitals hierselbst, geb. d. 28. Jan. 1792 und gest. d. 20. Jan. 1871". Eine andere bedeutende Anrather Persönlichkeit: Sanitätsrat Dr. Ewald Leber. Eigentlich war derFriedhof ja bereits 1926 geschlossen worden, aber der Landarzt, der sich von einem Kutscher zu den Patienten bringen ließ, wurde im November 1927 in der Familiengruft als letzter Toter auf dem alten Friedhof beigesetzt.

Bereits 1918 hatte der Gemeinderat den Beschluß gefasst, auf der anderen Seite der Neersener Straße, ein paar hundert Meter weiter, einen neuen Friedhof anzulegen. 1925 fasste der Rat erneut einen entsprechenden bescluss. Am 9. April 1926 war Friedrich Krüers von der Lindenstraße dann der Erste, der dort bestattet wurde.

am 1. Juni 1979 wurde aus dem frühreren Friedhof der Theodor-Heuss-Park. "Die Bevölkerung war zunächst skeptisch", erinnerte sich Annemarie Rüther. Sie wies auf das Sebastianerhäuschen aus dem jahre 1850 hin, am Ende des Parks, sowie auf die Leufgen-Villa gegenüber: Dahinter ar früher das Uerschele Böschke", eine Wäldchen, beliebtes Ziel für kleine Klassenausflüge.

Rüther erzählte, dass der nrur Friedhof früher ein Blumenmeer war. 1925 war eine Gewächshaus gebaut worden. Jakob Goedehardt bekam als Friedhofgärtner ein eigenes Haus, das immer noch rechts neben dem Friedhof steht.

Das Hochkreuz wurde 1930 geweiht - Hauptsponsor war Tuchweber Jakob Krebs. Die Teilnehmer der Führung bekamen unter anderem die imposante Gruft der Anrather Geistlichkeit und in unmitelbarer Nähe die Gruft der Anrather Schwestern zu sehen, die einst im Krankenhaus und im Kinderheim Haus Broich wirkten.