Chronik

Berichte über Aktivitäten des Bürgervereins

27.02.2010: Wie die Alten sungen…!
Mundartwettbewerb an der Albert-Schweitzer-Schule

Heitere und gelöste Stimmung herrschte im "Sonnenland", dem Mehrzweckraum der Albert-Schweitzer-Schule. Die Mundart-AG, von Ruth Fehrholz vor rund einem halben Jahr initiiert und vom Bürgerverein unterstützt, hatte ihren großen Tag.

Elf Schülerinnen und Schüler im Alter von acht bis zwölf Jahren stellten sich in einem Mundart-Lesewettbewerb einer sachkundigen Jury. Viel Applaus bekamen die Akteure vom zahlreich angereisten Publikum, und auch die Jury kam zu dem Schluss, dass alle Teilnehmer diesen Test in "Anröthsch Platt" erfolgreich absolviert hatten.

Hierfür gab es zur Belohnung eine Urkunde, ein Mundartbuch und ein von Hans Stienen gestaltetes Schmuckblatt mit einem ins Plattdeutsche übersetzten Volkslied. Plattdeutsche Lieder, von der Mundart-AG gesungen und von Ruth Fehrholz mit der Gitarre begleitet, bildeten auch den musikalischen Rahmen dieser gelungenen Veranstaltung.

Sonderpreise gab es für die Bewertungskriterien "Richtiges Sprechen der Mundart", "Fließendes Lesen" und "Gestaltendes Lesen". Beim Schlussfoto gab es strahlende Gesichter nicht nur bei den Wettbewerbsteilnehmern, sondern auch bei den Besuchern, bei der Jury und nicht zuletzt bei Dieter Lambertz, der als stellvertretender Bürgermeister zu Besuch war und das Programm mit einem Mundartvortrag ebenso bereicherte wie die "Leddschesweäver" unter der Leitung von Dr. Christoph Carlhoff mit ihrem Lied "Lott os senge".

Die Teilnehmer am Wettbewerb:
Julia Schütte, Albert-Schweitzer-Schule, 4. Klasse
Maike Breitmar, Albert-Schweitzer-Schule, 4. Klasse
Maxi Odenthal, Albert-Schweitzer-Schule, 4. Klasse
Philipp Reuter, Gottfried-Kricker-Schule, 2. Klasse
Christina Palgen, Albert-Schweitzer-Schule, 4. Klasse
Moritz Leven, Albert-Schweitzer-Schule, 3. Klasse
Fiona Pfaar, Albert-Schweitzer-Schule, 3. Klasse
Jessica Zensen, Albert-Schweitzer-Schule, 4. Klasse
Jule Fassbender, Albert-Schweitzer-Schule, 4. Klasse
Jakob Schütte, Lise-Meitner-Gymnasium, 6. Klasse
Henrik Neef, Lise-Meitner-Gymnasium, 6. Klasse

Sonderpreise erhielten:
Philipp Reuter und Jule Fassbender "Richtiges Sprechen der Mundart",
Christina Palgen und Fiona Pfaar, "Fließendes Lesen",
Moritz Leven und Henrik Neef, "Gestaltendes Lesen"

Der Jury gehörten an:
Ruth Fehrholz, Karla Meiendresch, Magda Sehrbrock, Hans Stienen und Friedel Kluth.


Das Sonnenland wartet auf die Vortragenden


Die Jury


Ein Liedchen zur Einstimmung


Interessiertes Publikum


Erfolgreich bestanden



aus der Rheinischen Post vom 25.2.2010:

Flüssig in Anrather Platt


Bei der Mundart-AG der Albert-Schweitzer-Grundschule geht es unter Leitung von Ruth Ferholz und Friedel Kluth derzeit hoch her. RP-Foto: Wolfgang Kaiser

von Natascha Becker Stadt Willich (RP) An der Albert-Schweitzer-Grundschule in Anrath gibt es seit den Herbstferien eine Mundart-Arbeitsgemeinschaft. Derzeit geht es dort hoch her, denn am Samstag ist der Mundart-Vorlesewettbewerb der Schule. "Wir gehen heute in den Endspurt. Immer daran denken, langsam und laut vorlesen, denn die Zuhörer am Samstag kennen die Texte ja nicht und sollen alles mitkriegen", sagt Ruth Fehrholz. Die Grundschüler der Mundart-Arbeitsgemeinschaft (AG), die um sie herum sitzen, nicken. Dann greift Fiona als erstes zu ihrem Schnellhefter. "Arche Noah. Oseren Herrjott hat en Stenkwut", startet die Siebenjährige mit flüssiger Stimme. Doch Fehrholz bricht ab. "Fiona, das war sehr gut, aber zu leise. Noch mal richtig laut", fordert sie auf.

Zweiter Versuch. Jetzt ist die Stimme der Siebenjährigen auch bis in die letzte Ecke des Klassenzimmers in der Albert-Schweitzer-Grundschule zu hören. Gekonnt trägt sie den Text über die Arche Noah vor. Ein dickes Lob nicht nur von Fehrholz, sondern auch von Friedrich Kluth vom Bürgerverein Anrath, der die Mundart-AG der Grundschule mit seinem sprachlichen Wissen unterstützt.

Start mit "D´r leeve Jong"

Nach Fiona ist Maximilian (10 Jahre) am Zug. Der startet mit "D´r leeve Jong". Während der Anfang mit "Et war ne schöne Suomerdaach" bestens anläuft, macht ihm die Bonbon lutschende Tante am Ende der Geschichte etwas Schwierigkeiten. "Das muss ein bisschen spannender rüber kommen", gibt Kluth als Tipp mit auf den Weg. Fehrholz macht es vor. "Jetzt sprichst du es mir einfach mal nach", fordert sie Maximilian auf. "Se lutschde et mök Schmaak un koart", startet die Grundschullehrerin. Maximilian folgt - und siehe da, es klappt bestens. Wie ein alter Profi geht Maike (10 Jahre) danach an den nicht ganz einfachen Text "Jätt uut dea Knur" heran. "Ich übe immer mit der Oma, die kann richtig gut platt", verrät sie ihr Geheimnis. Jeder der vorlesenden Grundschüler ist hochkonzentriert bei der Sache. "Es macht unheimlich viel Spaß und wir lernen, wie früher gesprochen wurde", sagt Jule (9 Jahre) begeistert.

Und das ist auch genau der Grund, warum in der Grundschule die Mundart-AG ins Leben gerufen wurde. "In Anbetracht des 1000-jährigen Bestehens von Anrath hatten wir uns überlegt, welchen Beitrag wir leisten könnten. Die Idee Mundart wurde geboren, denn sie erinnert ja wirklich auf der ganzen Linie an früher", erklärt Fehrholz. Mit Unterstützung des Bürgervereins lobte die Grundschule einen Mundart-Vorlesewettbewerb aus und gründete die Mundart-AG, die sich einmal in der Woche trifft. Die Arbeitsgemeinschaft soll übrigens nach dem Vorlesewettbewerb am kommenden Samstag weiter bestehen. 15 Kinder aus dem dritten und vierten Schuljahr sind dabei und lernen mit Begeisterung die "Muttersprache" von Anrath. "Das ist wie eine andere Sprache", sagt Moritz (9 Jahre) und der ein Jahr jüngere Philipp, der von der Gottfried-Kricker-Grundschule die AG besucht, kann dem nur zustimmen. Schwierig sei es nicht die Mundart zu lernen, man müsse es nur genauso sprechen, wie es geschrieben würde, sagt Kluth. Mut zum richtigen Ablesen und ein Gehör für den Klang dieser Sprache sei gefragt.



aus der Rheinischen Post vom 01.03.2010:

Kenger kalle richtig Anröthsch Platt


Elf Jungen und Mädchen stellten beim Vorlesewettbewerb ihre Fähigkeiten in Anrather Platt unter Beweis. Foto: Finger

ANRATH (tre) Ein Wettbewerb, bei dem es eigentlich nur Gewinner gab, das war der Mundart-Vorlesewettbewerb, zu dem die Albert-Schweitzer-Grundschule in Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein Anrath am Wochenende eingeladen hatte. Alle elf Teilnehmer im Alter von sieben bis elf Jahren zeigten, dass sie in Mundart mit den Ur-Anrathern spielend mithalten können. Im „Sonnenland" der Grundschule saßen die Besucher dicht an dicht und erfreuten sich an den Texten, die die jungen Mundartfreunde vortrugen. Ob der „Schruppe-Jeburtsdaag", „Jätt uut deä Knuur", „Jries Hoare" oder „Dat Stöck van de Eäzezupp" - die lustigen Mundart-Texte kamen bestens an und so' mancher Zwischenapplaus wurde laut. Nichtsdestotrotz war es ein Wettbewerb und die Jury, bestehend aus Karla Meiendresch, Magda Sehrbrock, Hans Stienen und Friedrich Kluth von der Mundartgruppe des Bürgervereins Anrath sowie Ruth Fehrholz von der Albert-Schweitzer-Schule, hatten die Qual der Wahl, die jeweils zwei Besten für die drei Kategorien richtiges Sprechen der Mundart, fließendes Lesen und gestaltetes Lesen herauszuhören.

Letztlich hatten Philipp Reuter (8), Jule Fassbender (9), Christina Palgen (9), Fiona Pfaar (7) sowie Moritz Leven (9) und Henrik Neef (11) die Nase in den besagten Kategorien vorn. Urkunden und Preise gab es aber nicht nur für die Sieger, sondern für alle Teilnehmer. Und beim Schlusslied hieß es passenderweise: „Nää doo Vatter on doo Motter, hüert op mech on merkt öch dat, sorcht maar emmer, dat üer Kenger kalle richtich Anröthsch Platt!"